Poker Regeln - offizelle Spielregeln zum Pokern

Pokern hat besonders in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Dabei ist es vor allem die Spielvariante 'Texas Hold' em, die viele so begeistert. Nichtsdestotrotz hat das Pokern noch wesentlich mehr an Vielfalt zu bieten, zum Beispiel die Variationen Omaha Hold'em oder 7 Card Stud. Das Ziel ist jedoch immer das gleiche, durch möglichst geschicktes Bluffen die Spielpartner austricksen und den Pot gewinnen.



Texas Hold'em Grundlegendes

Für Texas Hold'em wird zunächst ein normales 52er-Blatt Kartendeck benötigt und etwa 2 bis 11 Spieler. Jeder der Mitspieler erhält am Anfang die gleiche Anzahl an Chips sowie 2 Karten, die vor den anderen Spieler am besten verdeckt gehalten werden sollten. Das Ziel ist es hierbei, eine möglichst gute Kartenkombination zu bekommen - natürlich entsprechend der Pokerkartenrangfolge.

Die Rangfolge setzt sich dabei folgendermaßen zusammen (aufsteigend):

  • höchste Karte (fünf nicht zusammenhängenden Karten, nur die Höchste zählt)
  • ein Paar (zwei Karten des gleichen Wertes innerhalb eines Blattes)
  • zwei Paare (zwei mal zwei Karten des gleichen Wertes innerhalb des Blattes)
  • Drilling (drei gleich Karten des gleichen Wertes innerhalb des Blattes)
  • Straße/ Straight (fünf Karten in einer Reihenfolge, zum Beispiel 7, 8, 9, 10, Bube)
  • Flush (fünf Karten in einer Farbe, die nicht in einer Reihenfolge sein müssen)
  • Full House (ein Paar und ein Drilling)
  • Vierling (vier Karten des gleichen Wertes innerhalb des Blattes)
  • Straight Flush (Straße in einer Farbe)
  • Royal Flush (Straße in einer Farbe mit dem As als höchste Karte)

Spielbeginn und -verlauf

Bevor es richtig losgeht, erhalten alle Spieler zunächst eine aufgedeckte Karte, um zu ermitteln, wer in der ersten Runde der Dealer ist. Die höchste Karte ist dabei entscheidend und der bestimmte Geber bekommt zur Markierung einen kleinen Chip (Dealer Button). Haben 2 Spieler die gleiche Karte bekommen, entscheidet (nur hier) die Rangfolge der Kartenfarben entsprechend den Bridge-Regeln: Pik, Herz, Karo, Kreuz. Ansonsten spielt diese Gewichtung jedoch keine weitere Rolle. Der Dealer Button wird nach jeder Runde im Uhrzeigersinn weiter gereicht, so dass jeder Spieler mindestens einmal in dieser Funktion agiert.

Burn Cards

Jedesmal bevor die Karten ausgegeben werden, wird die oberste Karte vom Stapel als sogenannte 'Burn Card' verdeckt beiseite gelegt. Ebenfalls darf in diesem Zusammenhang nie die unterste Karte ausgeteilt werden. Ziel dieser Regelungen ist es nämlich, zu verhindern, dass ein Spieler die oberste oder unterste Karte des Stapels aufgrund der Nachlässigkeit des Dealers erkennt und einen eventuellen Vorteil daraus ziehen könnte.

Blinds

Noch bevor die erste Runde ihren Anfang findet, geben die ersten beiden Spieler links neben dem Dealer festgelegte Einsätze, die sogenannten Blinds. Deren Name ergibt sich aus der Tatsache heraus, dass die Spieler diese zahlen, ohne ihre Karten vorher angeschaut zu haben. Sie sind notwendig, um zu gewährleisten, dass Geld in der Kasse ist, um das schon zu Beginn gespielt werden kann. Der Spieler links vom Dealer zahlt also den Small Blind, sein linker Nachbar den Big Blind (oft das Doppelte des Small Blind), der auch der Höhe des Mindesteinsatzes entspricht.

Pre Flop

Nun beginnt die erste Bietrunde und der Geber verteilt im Uhrzeigersinn an jeden Spieler 2 Karten. Der Spieler links neben dem Spieler, welcher den Big Blind eingezahlt hat, wird als 'under the gun' bezeichnet und darf nun zuerst entscheiden, ob er mitgeht und den Einsatz zahlt. Er hat dabei 3 Möglichkeiten: Call - er zahlt den Einsatz in Höhe des Big Blind, Raise - er erhöht den Einsatz, Fold - er legt seine Karten nieder und steigt aus. Dies geht reihum weiter bis der Spieler, der den ursprünglichen Big Blind geleistet hat, wieder an der Reihe ist. Dieser kann nun 'checken' (schieben), sofern der Einsatz nicht vorher erhöht wurde, bzw. am Spiel teilnehmen ohne erneut einzahlen zu müssen. Hat sich der Einsatz jedoch im Verlaufe der Runde verändert, kann dieser Spieler entweder passen und damit seinen bereits geleisteten Einsatz verlieren, er kann mitgehen und den restlichen Teilbeitrag zuzahlen oder er erhöht erneut.

Flop

Sind die Spielbedingungen soweit geklärt, werden die ersten 3 Gemeinschaftskarten auf dem Tisch offen gelegt. In Kombination mit den jeweils eigenen 2 Karten bildet jeder Spieler so sein 5-Karten-Blatt. Die zweite Bietrunde kann an dieser Stelle beginnen. Der Spieler links vom Dealer macht hier diesmal den Anfang. Sofern er nicht in der ersten Runde ausgestiegen ist, handelt es sich dabei um denjenigen, der den Small Blind gezahlt hatte.

Turn

Haben alle Spieler erneut ihre Spielentscheidung getroffen, wird eine vierte Karte offen gelegt, der sogenannte 'Turn'. Diesem folgt die nächste Bietrunde mit den verbleibenden Spielern.

River

Nun wird die fünfte und letzte Gemeinschaftskarte offenbart, mit der eine letzte Bietrunde einher geht.

Showdown

Sollten zu diesem Zeitpunkt alle bis auf einen Spieler ausgestiegen sein, so erhält dieser letzte Spieler den Pot. Dies oft, ohne seine Karten vorzeigen zu müssen. Im Gegensatz dazu kann es jedoch auch zum 'Showdown' kommen, dem Aufdecken der bis dahin verdeckten Karten der Spieler. In diesem Fall ist mindestens ein Spieler dazu bereit, das All-in (ein Spieler setzt alles an Einsatz, was er noch übrig hat, auf einmal ein) eines Gegners zu zahlen. Alternativ ist ein Showdown aber auch nach der letzten Bietrunde möglich. Derjenige Spieler, der im direkten Vergleich nun die beste Hand hält, gewinnt den gesamten Pot. Besitzen dagegen 2 oder mehrere Spieler ein gleichwertiges Blatt, wird der Pot unter ihnen aufgeteilt (Split Pot).

Spielvariationen

In die Kategorie Hold?em fallen neben dem sehr bekannten und beliebten Texas Hold?em auch die Omaha-Regeln, das sogenannte Omaha Hold'em.

Omaha Hold'em

Bei dieser Variante erhält jeder Spieler zu Beginn 4 anstatt 2 Karten, wobei die Blinds natürlich auch hier vor dem Austeilen dieser Karten gesetzt werden. Die folgenden Bietrunden gestalten sich aber genauso wie die des Texas Hold'em. Zu beachten ist nun jedoch nur, dass die Spieler ihr 5-Karten-Blatt aus genau 2 der eigenen und genau 3 der Gemeinschaftskarten bilden müssen. Die Freigabe der Gemeinschaftskarten erfolgt wie gewohnt mit dem Flop, dem Turn und dem anschließenden River.

Eine weitere sehr bekannte Variation des Pokerns ist 7 Card Stud. Die ehemals beliebteste Abwandlung unterscheidet sich dabei jedoch wesentlich von Texas Hold'em und Omaha.

7 Card Stud

Vor dem Spielbeginn zahlt hier jeder Spieler einen bestimmten Grundbetrag ein, den sogenannten Ante. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass sich Geld im Pot befindet, um das gespielt werden kann. Ein weiterer Unterschied zeigt sich darin, dass es beim 7 Card Stud keine Gemeinschaftskarten gibt. Stattdessen wird jedem Spieler im Uhrzeigersinn solange eine Karte ausgegeben, bis jeder 3 davon hat. Die ersten beiden dieser Karten werden verdeckt verteilt (Hole Cards), die dritte dagegen offen gelegt (Door).

Auch die Bietrunden haben hier andere Regeln zur Grundlage. Sie sind auf eine Anzahl von 5 Runden festgelegt und erfolgen ebenfalls im Uhrzeigersinn um den Tisch herum. Zudem wird 7 Card Stud mit einem 'Split Limit' mit einer üblichen Staffelung von 5/ 10/ 20 gespielt. D.h., dass das Ante zum Beispiel 5 Euro beträgt, das 'Lower Limit' 10 Euro und das 'Higher Limit' 20 Euro.

erste Bietrunde

Der Spieler, der die niedrigste offene Karte hält, darf die erste Runde mit einer 'Forced Bet' (oder auch 'Bring-In') eröffnen, d.h. er muss mindestens einen Einsatz leisten, der die Höhe des Ante hat, aber das 'Lower Limit' nicht übersteigen darf. Sollten 2 Spieler eine gleichwertige Karte bekommen haben, entscheiden in diesem Fall wieder die Farbwertigkeiten gemäß der Bridge-Regeln

Sobald das Eröffnungsangebot getätigt wurde, kann jeder der anderen Spieler seine Spielentscheidung treffen und entweder aussteigen (Fold), mitgehen (Call) oder erhöhen (Raise). Innerhalb einer Wettrunde darf der Einsatz dabei jedoch höchstens dreimal gesteigert werden. Nachdem also ein Einsatz erfolgt ist, kann dieser erhöht ('Raise'), weiter gesteigert ('Reraise') und letztendlich mit einer weiteren Vergrößerung ('Cap') abgeschlossen werden. Zu beachten ist zusätzlich, dass es einem einzelnen Spieler nicht gestattet ist, den Einsatz zweimal in Folge zu steigern, ohne dass ein anderer Spieler dazwischen seinerseits den Einsatz verändert hat.

Fourth Street

Ist die erste Bietrunde beendet, erhält jeder der Spieler eine weitere aufgedeckte Karte ('Fourth Street'). Hier beginnt nun der Spieler, der die höchste offene Kombination an Karten hält. Besitzt einer der Spieler dabei ein offenes Paar, so darf zwischen dem Ante und dem 'Higher Limit' gewettet werden. Ist dies nicht der Fall, gilt weiterhin das 'Lower Limit' als oberste Einsatzgrenze. Außerdem gilt nur in dieser Runde, dass der Besitzer dieses Paares zweimal bieten kann.

Der Eröffner hat nun die Wahl zwischen dem 'Checken', wobei er abwartet und keinen Einsatz legt, oder dem Einzahlen in den Pot innerhalb der erlaubten Limits. Sollte er abwarten, so kann ihm dies der nächste Spieler gleich tun oder seinen Einsatz setzen. Sobald jedoch ein Spieler einen bestimmten Betrag einzahlt, bleibt den Übrigen nur noch die Möglichkeit zu passen, mitzugehen oder zu erhöhen. Haben gleich mehrere Spieler gewettet, findet die Bietrunde erst ihr Ende, wenn alle entweder den Einsatz halten oder aus dem Spiel ausgestiegen sind.

Fifth Street

Jeder Spieler erhält seine dritte offene Karte ('Fifth Street') und kann seinen Einsatz ab sofort nur noch zwischen dem 'Lower Limit' und dem 'Higher Limit' platzieren. Die Wettrunde vollzieht sich wie gewohnt.

Sixth Street

Die vierte offene Spielkarte ('Sixth Street') wird verteilt und auch hier erfolgt die Wettrunde in gewohnter Manier.

Seventh Street/ River

Alle Spieler, die bis hierhin mitgegangen sind, erhalten nun ihre insgesamt siebente Karte ('Seventh Street' oder auch 'River'), diesmal verdeckt. Sie besitzen jetzt 3 offene und 4 verdeckte Karten. Der Spieler, der in der vorangegangenen Runde eröffnet hat, beginnt die fünfte Bietrunde.

Ergeben sich aus dem Verlauf der letzten Runde nur noch 2 Spieler, kann sooft erhöht werden bis einer der beiden durch ein Gleichziehen bei der Einsatzhöhe einen Showdown verlangt. Das bedeutet generell, dass sämtliche Beschränkungen bezüglich des Erhöhens pro Spieler und insgesamt in der letzten Runde aufgehoben werden, sobald nur noch 2 Spieler um den Pot kämpfen.

Tritt der Showdown also ein, muss derjenige, der entweder als letzter erhöht, als erster gesetzt (sofern keiner erhöht hat) oder als erster gesprochen hat (sofern niemand gesetzt hat) seine komplette Hand vorzeigen. Aus den 7 Karten, die der Spieler auf der Hand hält, wird nun die bestmögliche 5-Karten-Kombination heraus gefiltert und die beiden überschüssigen Karten werden verdeckt zur Seite gelegt. Diese haben keinen Einfluss auf die Gewinnentscheidung.

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